Wie viel „Konstitution“ braucht die Tierhomöopathie?

14.10.2017 09:00 - 15.10.2017 16:00

Typ-Mittel, Tiefenmittel und Co

Wie viel „Konstitution“ braucht die Tierhomöopathie?

Ein Seminar für fortgeschrittene Tierhomöopathen.

Referentin: Claudia Grothus


„Das ist eine Pulsatilla!“ Solche und ähnliche Aussagen haben wir alle schon gehört und die meisten von uns haben so etwas auch schon selber gesagt. Viele Tierhomöopathen haben besondere Freude daran, Tiere in Arzneimitteltypen einzuordnen. Es gibt in der Tierhomöopathie mehr Literatur zu „Mitteltypen“ als klassische Arzneimittelbilder. Die vergleichsweise jüngere Homöopathie zeigt eine fachliche Strömung, die sehr stark auf das Gemüt und den Charakter des Patienten abzielt. Von den einen wird dieses Vorgehen als Meilenstein der modernen Homöopathie gefeiert, die anderen tun es eher verächtlich als „Gemütshype“ ab. Beide Parteien bezeichnen sich als die wahren, klassischen Homöopathen und beide belegen ihre Ansichten anhand von Hahnemanns Schriften und denen der früheren großen Meister der Homöopathie. Besonders für Anfänger ist es schwierig zu erkennen, welche Lehre, oder welcher Teil der Lehre jetzt wirklich glaubhaft, richtig und vor allem praxisrelevant ist. Auf jeden Fall macht es mehr Spaß, Arzneimittel“typen“ zu lernen, als sich die vielen speziellen Symptome der homöopathischen Materia medica einzuprägen. In der fortgeschrittenen Praxis wenden wir meist so einen persönlichen Mischmasch der Methoden an, bei dem wir uns aber auch nicht sicher sind, wie wir das fachlich begründen könnten. Natürlich hat – wie immer – jede Strömung ihre sinnvollen Anteile und ihre Extreme. Auch wenn wir sehr treu nach Hahnemann arbeiten und der so genannten Konstitutionsbehandlung ablehnend gegenüberstehen, ist es doch immer mal wieder so, dass wir bei der Mittelentscheidung für Tiere am Ende über den „Typ“ entscheiden. Dürfen wir das? Und wenn ja, bis wohin können wir damit gehen, bevor es unprofessionell wird? Wir wollen in unserem Seminar untersuchen, woher eigentlich die Idee der Konstitutionsbehandlung kommt. Wer hat’s erfunden? Und auf welchen Teilen der klassischen Lehre beruht diese Erfindung? Kannte Hahnemann schon konstitutionelle Verschreibungen? Was hat er zum Gemüt der Patienten geschrieben? Wie viel Wert haben neuzeitliche Veröffentlichungen, die extrem gemüts- und typlastige Verordnungen lehren? Können wir uns dort sinnvolle Hilfen holen? Uns quasi die Rosinen aus dem Konstitutionskuchen picken? Wie können wir in unserer täglichen Praxis von Fall zu Fall unterscheiden, nach welchem System wir am besten vorgehen? Und ganz wichtig: Inwieweit sind überhaupt die Ansätze der Konstitutionsbehandlung auf Tiere übertragbar? Können wir die Gemüts- und Charakterbilder der Materia medica wirklich auch auf Tiere anwenden? All diese Fragen klären wir in diesem spannenden Seminar für fortgeschrittene Tierhomöopathinnen. Einzelne Themen: Hahnemann und seine Einordnung der Gemüts-Symptome Kents Vermächtnis an die Homöopathie Vithoulkas‘ Essenzen Sankarans Seele der Heilmittel Wie wahlentscheidend sind Pathologie und Typ? Bei welchen Fällen ist welche Methode sinnvoll? Kann man psychische Reaktionsmuster per Homöopathie ändern? Wie arbeite ich mit der Dynamik des Mittels, der Dynamik des Patienten und der Dynamik der Krankheit? Welche Rolle spielen seelische Causae und seelische Symptome? In wieweit ist seelische Heilung Voraussetzung für körperliche Heilung? Welche Rolle spielen körperliche Charakteristika? Einige ausgewählte Mittel im Mensch-Tier-Typ-Vergleich Das Seminar eignet sich für alle Tierhomöopathinnen und Tierhomöopathen, die schon fortgeschrittene Kenntnisse besitzen, also die Grundlagen der Homöopathie bereits gelernt und angewandt haben. Das Seminar sieht auch einen Supervisionsteil vor. Wer einen Fall aus seiner Praxis mitbringen möchte, meldet sich bitte bis 2 Wochen vorher bei info@claudia-grothus.de. Es sollten Repertorien und pro Teilnehmerin eine Materia medica mitgebracht werden. Jede Teilnehmer(in) erhält ein ausführliches Skript. Termin: Samstag, 14. Oktober 2017 9.00 – 17.00 Uhr Sonntag, 15. Oktober 2017 9.00 – 15.30 Uhr Kosten: € 200 pro Person Ort: Deutsche Akademie der klassischen Homöopathie Laub 12 97357 Prichsenstadt Anmeldung bei Frau Leisten unter 09383 9036010 info@dakh-laub.de