Arzneipflanzenkunde und Phytotherapie

Dozentin: Frau Dr. Christiane Löffler, Biologin

Moderne Phytotherapie ist heute viel mehr als die „Kräutermedizin“ vergangener Jahrhunderte. Sie ist längst keine reine Alternativmedizin mehr, sondern anerkannter Teil der heutigen naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin, auch wenn die Phytotherapie arzneimittelrechtlich neben der Homöopathie und Anthroposophie zu den „besonderen Therapierichtungen“ nach § 25 Abs. 7 AMG 76 zählt.

Die rationale Phytotherapie, für die wissenschaftlich überprüfbare Grundlagen (z.B. aus klinischen Untersuchungen) vorliegen, verfolgt ein kausales Therapieprinzip. Sie bietet ein reiches Potenzial an Therapiemöglichkeiten, was in besonderem Maße auch für die Prävention von Krankheiten gilt. Die Phytotherapie in einen rationalen Kontext zu stellen bedeutet allerdings nicht, den traditionellen Einsatz von Arzneipflanzen zu ignorieren.

Im Gegenteil – die auf Erfahrung basierende Medizin ist eine immens wichtige Entscheidungshilfe in den Bereichen, wo es bisher keine ausreichenden klinisch-pharmakologischen Daten gibt, was immer noch auf viele der verwendeten Arzneipflanzen zutrifft. Um die Wirkung und Wirksamkeit einer Arzneipflanze einschätzen zu können, bedarf es dabei deutlich mehr als das Erlernen der jeweiligen Einsatzgebiete. So abschreckend es sich auch anhören mag, Grundlagen der Botanik, Phytochemie und Phytopharmakologie sind unabdingbare Kenntnisse, die jeder Phytotherapeut mitbringen sollte.

Nicht nur, um erkennen zu können, welche Arzneipflanze in welcher Zubereitung für den Patienten die jeweils richtige ist, sondern auch, um die Flut an Forschungsergebnissen im Bereich der Phytotherapie richtig einschätzen zu lernen.

Wer heute Phytotherapie verantwortungsvoll betreiben möchte, muss anspruchsvoller werden – vor allem was die Aus- und Weiterbildung angeht.

Das Wissen über den traditionellen Einsatz von Arzneipflanzen in der Medizin und die Erkenntnisse der modernen Forschung können nicht in wenigen Wochen annähernd befriedigend vermittelt werden. So wie es unklug wäre, einen über Jahrhunderte entstandenen Erfahrungsschatz gering zu schätzen, so ist es doch auch fahrlässig, naturwissenschaftliche Untersuchungen zu Chancen und Risiken dieser Therapieform zu ignorieren.

Ziel einer guten Arzneipflanzen-Ausbildung muss also die Vermittlung beider Aspekte der Phytotherapie sein – das umfassende Verständnis für die Zusammenhänge von pharmakologischer Wirkung und Pflanzeninhaltsstoffen, aber auch die Sicherheit, zu entscheiden, wann über diese enggesteckten Grenzen hinausgegangen werden kann.

„Salus aegroti suprema lex – Das Heil des Kranken sei höchstes Gesetz!“

Lehrplan:

Arzneipflanzenkunde und Phytotherapie

Umfassende theoretische und praktische Ausbildung zur Anwendung pflanzlicher Pharmaka im Rahmen der Phytotherapie

Grundausbildung

jeweils ein Wochenende im Monat (9:00 – 16:30 Uhr)

Grundlagen der Arzneipflanzenkunde

• Geschichte

• Möglichkeiten und Risiken der Phytotherapie

• Rechtliche Rahmenbedingungen

• Qualitätssicherung etc.

• Praxisgrundlagen zu Botanik und Pflanzensystematik

Phytochemie und Phytopharmazie

• Wirkstoffgruppen

• Grundlagen der Galenik in der Arzneipflanzenkunde

Phytotherapie

• Atemwegserkrankungen

• Erkrankungen der Verdauungsorgane

• Stoffwechselerkrankungen

• Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

• Erkrankungen des Urogenitaltraktes

• Gynäkologische Erkrankungen

• Erkrankungen des Bewegungsapparates

• Hauterkrankungen

• Neurologische Erkrankungen

• Psychische und psychosomatische Erkrankungen

• Phytopharmaka zur Förderung der Abwehrkräfte und Leistungsfähigkeit

• Tumorerkrankungen

• Phytopharmaka in der Geriatrie

• Pädiatrische Erkrankungen

Praxismodule

Teil I Schwerpunkt: Kräuter und Blüten

• Grundlagen für den Umgang mit Arzneipflanzen (Sammelzeiten, Konservierung etc.)

• Herstellung verschiedener Pflanzenzubereitungen (Teeformen, Tinkturen, Salben, Spray)

• Anwendungsformen (Auflagen, Kompressen, Wickel, Bäder)

• Kräuterküche: Gewürz und Arznei

• Exkursion: Arzneipflanzengarten

Teil II Schwerpunkt: Wurzeln, Früchte, Harze

• Herstellung verschiedener Pflanzenzubereitungen (Teeformen, Tinkturen, Salben, Medizinalweine)

• Grundlagen des Verräucherns von Arzneipflanzen

• Giftpflanzen

• Exkursion: Arzneipflanzengarten

 

Tages-Exkursion zur Firma Martin Bauer (Vestenbergsgreuth), Hersteller von Arzneitees und Phytopharmaka

Abschluss der Ausbildung: Abschlussarbeit und -prüfung

 

Phytotherapie Wochenendkurs

Lehrplan Module

1. Tag Geschichte der Arzneipflanzenkunde Möglichkeiten und Risiken der Phytotherapie Rechtliche Rahmenbedingungen Qualitätssicherung, Mutagenität u.a.

2. Tag Grundlagen zu Botanik und Pflanzenbestimmung

3. Tag Pflanzliche Inhaltsstoffe, phytochemische Grundlagen Wirkstoffgruppen: Phenolische Verbindungen (Flavonoide, Gerbstoffe etc.)

4. Tag Wirkstoffgruppen: Bitterstoffe, Isoprenoide (Saponine, Terpene etc.) Ätherische Öle

5. Tag Wirkstoffgruppen: Kohlenhydrate, Lipide, Alkaloide

6. Tag Analytik und Galenik

7. Tag Atemwegserkrankungen

8. Tag Atemwegserkrankungen

9. Tag Atemwegserkrankungen

10. Tag Atemwegserkrankungen

11. und 12. Tag Praxismodul I Schwerpunkt: Kräuter und Blüten

13. und 14. Tag Praxismodul II Schwerpunkt: Wurzeln, Früchte, Harze

15. Tag Erkrankungen der Verdauungsorgane

16. Tag Erkrankungen der Verdauungsorgane

17. Tag Erkrankungen der Verdauungsorgane

18. Tag Erkrankungen der Verdauungsorgane

19. Tag Erkrankungen der Verdauungsorgane

20. Tag Stoffwechselerkrankungen

21. Tag Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

22. Tag Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

23. Tag Erkrankungen des Urogentitaltraktes

24. Tag Gynäkologische Erkrankungen

25. Tag Hauterkrankungen

26. Tag Hauterkrankungen

27. Tag Erkrankungen des Bewegungsapparates

28. Tag Neurologische Erkrankungen

29. Tag Psychische und psychosomatische Erkrankungen

30. Tag Phytopharmaka zur Steigerung der Abwehrkräfte und Leistung mit

Abschlussprüfung - Abschlussfeier - Zertifikatsübergabe. 

Lehrgangsgebühr pro Tag € 110,00, incl. Skripte und Teilnahmebestätigung. 

AGB: Bei Kündigung, ab verbindlicher Buchung, bis 30 Tage (dreißig Tage) vor Lehrgangsstart fällt eine Verwaltungsgebühr von € 20,-- an. Bei späterer Kündigung oder Nichterscheinen am Veranstaltungstag fällt die gesamte Kursgebühr an. Getränke, Obst und Gebäck steht an allen Lehrgangstagen kostenfrei zur Verfügung. Parkmöglichkeiten stehen ebenfalls kostenfrei zur Verfügung.